
Kirche Wang
Die Kirche Wang im Riesengebirge: Ihre
Erscheinung ist außergewöhnlich.
Stilisierte Drachenköpfe, Wikingerornamente
und Portallöwen mag man in Reich des
Rübezahl nicht erwarten. Die Autorin
Anja Rösner, selbst keine Schlesierin,
begibt sich auf eine ungewöhnliche
Spurensuche. Für die Umsetzung der
Ergebnisse dieser Spurensuche findet sie
Unterstützung bei der Norwegisch-deutschen
Willy-Brandt-Stiftung sowie bei der Evangelischen
Kirche in Deutschland. Ihren Eltern gewidmet,
legt sie jetzt eine hervorragende Veröffentlichung
vor, die bei keinem Riesengebirgler oder
Schlesier fehlen sollte.
Eine spannende und turbulente Geschichte:
Eine mittelalterliche Stabkirche wird Mitte
des 19. Jahrhunderts für die Gemeinde
Vang in Norwegen zu klein. Der berühmte
norwegische Landschaftsmaler, Johan Christian
Dahl, erfährt von ihrem drohenden Abriss
und engagiert sich für ihren Erhalt.
In letzter Minute findet er die notwendige
Unterstützung in keinem Geringeren
als dem preußischen König Friedrich
Wilhelm IV.
In Teile zerlegt, in Kisten verpackt, geht
das Gotteshaus auf große Fahrt. Ein
Projekt, das Unsummen verschlingt, oft zu
scheitern droht und letztlich in Brückenberg
im Riesengebirge doch ein glückliches
Ende findet. Jährlich strömen
unzählige Besucher nach Brückenberg,
ins heutige Karpacz Górny, um eine
der letzten norwegischen Stabkirchen in
Polen zu besichtigen.
Die Autorin Anja Rösner, geb. 1971
in Duisburg, studierte an der Ruhr-Universität
Bochum Kunstgeschichte und Germanistik.
Sie absolvierte ein Studienjahr an der Universität
Bergen in Norwegen. Auf den Spuren der Kirche
Wang recherchierte sie in Berlin, Norwegen
und Polen. Heute arbeitet Anja Rösner
als Redakteurin in einem auf Skandinavien
spezialisierten Verlag in Essen.
Rösner, Anja
Kirche Wang – Reise einer Stabkirche
von Norwegens Fjorden ins Riesengebirge
Grevenbrich 2006, Taschenbuch,
112 Seiten, 12,80 €
ISBN 3-937507-09-4
21.03.2007
Michael Ferber

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