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Eichendorffgilde Bonn

Gleich nach dem Krieg war wegen der strengen Bedingungen der Besatzungsmächte eine Vereingründung nicht möglich gewesen. Daher hatten sich die Vertriebenen in Untergruppen kirchlicher Organisationen zusammen- geschlossen. Im Rahmen der Katholischen Jungen Mannschaft (KJM) in München, hatten sich im Januar 1947 sudetendeutsche Katholiken zur Ackermann Gemeinde gefunden. Im gleichen Rahmen sammelten sich auch schlesische Katholiken, in denen die Traditionen der Heimat lebendig waren. Die Vorarbeiten übernahmen von der katholischen Akademikerschaft, der Konsistorialrat Dr. Johannes Kaps aus Breslau, von den katholischen Jugend- und Männervereinen Helmut Scholz aus Schweidnitz und von der Jugendbewegung Dr. Rudolf Jokiel aus Ratibor.

Aus diesen kirchlichen Organisationen gingen die Eichendorffgilden hervor. Woher kommt der Name Eichendorffgilde ? Es lag nahe, dass man sich nach dem größten schlesischen katholischen Dichter benannte, den jedes Kind damals kannte und in dem sich die Liebe und Treue zur Heimat in besonders eindrucksvoller Weise verkörpert, der auch als aufrechter Deutscher und vorbildlicher Katholik seiner Heimat stets Ehre gemacht hat. Den Begriff Gilde wählte man für die Gemeinschaft, weil sie in ihr einen brüderlichen Zusammenschluss sah und der zu brüderlicher Gesinnung und Hilfsbereitschaft in der Not verpflichtet. Bei der Hauptversammlung im Jahre 1951 kam dann noch der zusätzliche Namen im "Heimatwerk schlesischer Katholiken" dazu und man gab sich Leitsätze. Am 25. Januar 1951 wurde die Eichendorffgilde in Bonn gegründet. Ihr erster Vorsitzender war Dr. Walter Kallabis, dieser gab nach 30 Jahren, 1981 aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Vorsitzenden auf. Von 1981 - 1991 war Frau Dorothea Noske Vorsitzende der Gilde, bis 1991 Manfred Galka das Amt übernahm.

Michael Ferber

Aus dem Bonner Generalanzeiger vom 26.03.2001

Eichendorffgilde bis heute mit
unveränderten Zielen und Aufgaben

JUBILÄUM Festhochamt zum 50-järhigen Bestehen

Bonn-Zentrum. Mit einem Festhochamt feierte die Eichendorffgilde Bonn ihr 50-jähriges Bestehen. "Die Zielsetzung war und ist heute noch die religiöse Erneuerung, soziale Hilfe und die Erhaltung des Volksgutes," sagte Vorsitzender Manfred Galka in seiner Festrede in der vollbesetzten St. Remigiuskirche,
Gegründet wurde die Bonner Gilde 1951 von heimatvertriebenen Schlesiern. Gleich nach dem Krieg war wegen der strengen Bedingungen der Besatzungsmächte eine Vereinsgründung nicht möglich gewesen. Daher hatten sich die Vertriebenen in Untergruppen kirchlicher Organisationen zusammengeschlossen. 1948 änderten sich mit der Währungsreform die Verhältnisse. Aus den kirchlichen Organisationen gingen die Eichendorffgilden hervor, benannt nach dem katholischen schlesischen Dichter. Sie sehen ihre Aufgabe darin, die Leiden und Oper der Vertreibung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und die Heimatkultur zu pflegen. Für Manfred Galka ist die Feier ein doppeltes Jubiläum: Der nach Walter Kallabis und Dorothea Niske dritte Vorsitzende der Gilde ist seit zehn Jahren im Amt.


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