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Geschichte Schlesien

Durch den ersten schlesischen Krieg (1740-1742) wurden der Großteil Schlesiens sowie die zu Böhmen gehörige Grafschaft Glatz preußisch, die Gebiete von Teschen, Troppau und Jägerndorf blieben bei Österreich (Österreichisch-Schlesien). 1815 wurde die Oberlausitz ein Teil Schlesiens. Verwaltungsbehörden waren die Kriegs- und Domänenkammern, die Breslauer auch für Oberschlesien, was zwangsläufig bei den großen Entfernungen sich nachteilig auswirken musste. 1815 wurden die Regierungen eingeführt, so auch die Regierung in Oppeln geschaffen. 1820 kam auch Kreuzburg dazu. In konfessioneller Beziehung wurde der Übergang von den Habsburgern zu den Hohenzollern von der evangelischen Bevölkerung Schlesiens freudig aufgenommen, da er nicht nur Freiheit der religiösen Tätigkeit, sondern auch Forderung brachte.

Anders erging es dem katholischen Bevölkerungsteil. Sehr nachteilig wirkte sich die 1810 erfolgte sogenannte Säkularisierung, d. h. die Enteignung der im Besitz des Bischofs, des Domkapitels und von Klöstern befindlichen Besitzungen aus, wodurch die schlesischen Katholiken nicht nur materiell, sondern auch in geistiger Beziehung sehr geschädigt wurden. Vergiftend wirkten auch der sogenannte Mischehenstreit von 1837, (die vom Staate verordnete Regelung, dass in Mischehen die Kinder in der Religion des Vaters, d.h. in der Praxis im evangelischen Bekenntnis, zu erziehen seien), sowie der Kulturkampf des nach 1870 in Preußen und im Deutschen Reich durchgeführte Kampf des Staates gegen die katholische Kirche. Das war besonders verhängnisvoll in Hinsicht auf die nach dem ersten Weltkrieg durchgeführte Abstimmung in Oberschlesien. Hier war im 19. Jahrhundert ein völliger Wandel durch die Industrialisierung eingetreten. Dadurch waren naturgemäß auch große soziale Spannungen entstanden. Diese und die für die überwiegend katholische Bevölkerung Oberschlesiens negative Entwicklung der konfessionellen Verhältnisse waren naturgemäß für die polnische Propaganda eine willkommene und auch entsprechend genutzte Grundlage der Beeinflussung der Abstimmungsberechtigten. Gleichwohl stimmten am 20. März 1921 rund 60 Prozent von ihnen für Deutschland.

Insbesondere auf Betreiben Frankreichs, das die Deutschen schwächen wollte, wurde Oberschlesien trotzdem geteilt. Der wertvollste Teil des oberschlesischen Industriegebietes wurde Polen zugesprochen. Gleichwohl gelang es, den Rest Oberschlesiens auszubauen. Der zweite Weltkrieg machte dieser günstigen Entwicklung ein Ende.

Karte in den Grenzen von 1914


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